Von unserem Mitarbeiter
Clemens Schröder
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Machten
Stimmung und peitschten
ihre Mannschaft zum Sieg:
Die
Hardcorefans des TV Nieder-Olm. |
Mainz. Es war eine prächtige Parade, die Torhüter Florian Bettin
in der letzten Sekunde der Handballoberliga-Partie zeigte, nur achtete
darauf niemand mehr. Denn während Bettin mit seiner siebzehnten Parade
den 41:35 (16:17)-Sieg der Nieder-Olmer über die HSG Eckbachtal sicherte,
knäuelten sich die restlichen Spieler, Trainer und Betreuer bereits
in einer großen Traube in der Spielfeldmitte und jubelten über
den Aufstieg des TV Nieder-Olm in die Dritte Liga Süd.
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Trost
braucht er keinen, aber
Abkühlung nach der
Aufregung:
TVNCoach Udo Henß. |
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Möglich geworden war
der direkte Wiederaufstieg erst durch den Ausrutscher des ärgsten
Verfolgers Saulheim, der am Samstagabend bei den HF Illtal knapp verloren
hatte. Das hatten natürlich auch die Nieder-Olmer Spieler registriert,
beschrieb Rechtsaußen Felix Niedermayer: „Ich hab mich zwar im ersten
Moment gefreut, ganz sicher war ich mir aber nicht, ob das Ergebnis wirklich
stimmt…“ Doch bald gab es die Bestätigung und so tat sich den Spielern
des TV Nieder-Olm plötzlich die unerwartete Chance auf, schon am Sonntagmorgen
in eigener Halle die Meisterschaft zu gewinnen.
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„Auf dem
Balkon!“ |
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Einwurf von
Trainer Udo
Henß auf die Ankündigung,
dass den Handballern
ein
Empfang der Stadt Nieder-
Olm gegeben wird |
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„Wer in einer solchen Situation
glaubt, man kann die Nervosität so einfach abschütteln, dem muss
ich sagen: Das geht nicht“, erklärte Trainer Michael Rink hinterher
den fahrigen Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit, die mit
16:17 an den Gegner ging. Dann aber explodierten die Gastgeber kurz nach
der Pause und spielten die folgenden zehn Minuten wie im Rausch. Auch weil
die Abwehr präsenter wirkte, hielt Bettin im Tor viele Bälle
und leitete unmittelbar den Schnellangriff ein. Die Bälle fing zumeist
der flinke Niedermayer auf und verwandelte einen Ball nach dem anderen
– nach wenigen Minuten zeigte die Anzeigetafel eine klare Führung
für Nieder-Olm, 27:21 (40.).
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Da
geht's hoch in die Dritte Liga: Der TV Nieder-Olm ist am Ziel seiner Träume
angelangt.
Fotos: Bernd Eßling |
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Die HSG Eckbachtal gab sich
dann früh geschlagen, machte anschließend nur noch mit einem
Frustfoul von Johannes Reibold auf sich aufmerksam (56.). Der bekam glatt
Rot und sorgte somit wenigstens für den klaren Sieg seines Teams in
der Statistik der Platzverweise, nachdem schon Mitspieler Maximilian Schreiber
kurz vor der Pause des Feldes verwiesen worden war (25.). Während
der TVN locker die Uhr herunterspielte und Dennis Stauder zum 41:35-Endstand
traf, machten sich alle Nieder-Olmer schon bereit für die dritte Halbzeit,
die Aufstiegsfeier.
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Dank
ans Publikum nach einer heißen
Saison: Kapitän Tino
Stumps (rechts)
und Abwehrchef Dennis Baier. |
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Zeigten im Spiel Felix Niedermayer
und Jörn Laufersweiler die stärkste Leistung, so bekamen nach
dem Spiel vor allem Kapitän Tino Stumps und Abwehrchef Dennis Baier
Bestnoten. Baier stimmte mit den Fans einen Jubelgesang nach dem anderen
an, von „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ bis „Nie mehr Oberliga“ und trieb
die Stimmung mit seiner Interpretation des Weihnachtshits „Kling, Glöckchen
klingelingeling“ auf die Spitze: „Nieder-Olm ist Erster, Saulheim, die
sind Zweiter, Saarpfalz, die sind Dritter, oh, wie ist das bitter!“
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„Die können gerne in die
zweite Reihe.“ |
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Kapitän
Tino Stumps auf
die Feststellung, dass
möglicherweise auch
die
Fußballer aufsteigen
und
gemeinsam mit den Handballern
auf dem Rathausbalkon
feiern können |
Stumps dagegen nahm sein Amt
als Mannschaftskapitän besonders ernst und leitete sein Team zur Pressekonferenz,
wo er solange blieb, bis auch der Letzte mindestens einen Tropfen Wasser,
Bier oder ein anderes Getränk abbekommen hatte. So bekam die versammelte
Mannschaft immerhin noch Teile der Ankündigung von Bürgermeister
Dieter Kuhl mit, der das Team als „die Visitenkarte von Nieder-Olm“ auszeichnete
und versprach, den Spielern einen entsprechenden Empfang zu geben, möglicherweise
im Rahmen des Nieder-Olmer Straßenfestes.
Eher still genossen die Bauherren
des Erfolgs, das Trainerduo Michael Rink und Udo Henß, den Trubel.
„Wir wussten schon vor der Saison, dass wir einen flexibel einsetzbaren
Kader zur Verfügung haben, bei der jede Position gleichwertig ersetzt
werden kann“, begründete Rink den Erfolg der Mannschaft und fügte
hinzu: „Der Großteil des Kaders bleibt zusammen, wir haben bereits
jetzt die Zusage von zwölf Feldspielern und zwei Torhütern für
die nächste Saison, sodass wir den Kader nur noch punktuell verstärken
müssen.
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TV Nieder-Olm - HSG Eckbachtal
41:35 (16:17)
TV Nieder-Olm: Conradi
(1.-23.), Bettin (23.-60.) - Kundel (6), Laufersweiler (9/2), Räder
(4), Niedermayer (8), Gaubatz (3), Reichelt (4), Neumann (1), Frommann,
Stauder (2), Stumps (2), Walch (1), Baier, Tillinger (1).
HSG Eckbachtal: Faß
(1.-35.), Häuselmann (35.-60.) - Chesneau (3), Müller (1), Subab
(1/1), Lerzer (1), Schloß (1), Schreiber (2), Bach (3), Baumann (8),
Schramm (4), Birgmeier (5), Best (6/1), Reibold.
Schiedsrichter: Ludwig
Drynder, Armin Greff (beide Riegelsberg).
Rote Karten: Schreiber
(HSG, 25.), Reibold (HSG, 56.).
Zuschauer: 350. |
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