| Von Dennis Rink
HANDBALL Vereine sollen
bei Nichterfüllung des Schiedsrichter-Kontingents bestraft werden
Den Vereinen des Handballverbandes
Rheinhessen (HVR) drohen ab der kommenden Saison Punktabzüge, wenn
sie nicht die vom HVR geforderte Anzahl an Gespannschiedsrichtern melden.
Dieses Vorhaben stellte der Vorstand des HVR den Klubvertretern bei seiner
Vereinsversammlung vor. „Das ist der letzte Schuss, den wir haben“, betonte
Martin Franz vom Schiedsrichter-Ausschuss.
Mittlerweile stehen in der
Rheinhessenliga nur noch zweieinhalb Gespanne zur Verfügung. Ab der
Verbandsliga werden die Spiele sogar nur noch von Einzelschiedsrichtern
gepfiffen. Die neue Durchführungsbestimmung sieht vor, dass die Vereine
zwei Gespannschiedsrichter melden müssen. Falls nicht, droht den Klubs
die Anrechnung von zwei Minuspunkten. Zwei weitere drohen, wenn die gemeldeten
Schiedsrichter nicht ein bestimmtes Kontingent an Spielen pfeifen. Die
Punkte werden dann jeweils der spielhöchsten Mannschaft abgezogen.
„Wir bekommen unsere Spiele
nicht mehr besetzt und wissen uns nicht mehr anders zu helfen“, sagte Franz.
Alle anderen Maßnahmen, wie etwa die Erhöhung der Geldstrafen,
hätten in der Vergangenheit nicht gegriffen. „Was hier in den letzten
Jahren passiert ist, macht den Handball kaputt. Das ist eine Blamage für
den Verband“, sagte Franz.
Das Vorhaben des Verbandsvorstandes
stieß bei den Vereinen jedoch auf erheblichen Widerstand. „Eine solche
Regelung bricht den kleinen Vereinen das Genick“, kritisierte Ingo Klein
vom SSV Meisenheim. Rainer Besch von der SG TSG/DJK Bretzenheim forderte
die Verantwortlichen auf, „den Handball mit solchen Maßnahmen nicht
kaputtzumachen“. Ob die Regelung kommt, entscheidet der Vorstand des HVR.
Eine weitere Herausforderung
für den Handballsport sieht HVR-Präsident Klaus Kuhn im Ganztagsschulkonzept,
„das die Vereinslandschaft in den nächsten zehn bis 15 Jahren nachhaltig
verändern wird“. Kuhn befürchtet einen Wegfall von Sport- und
Vereinskultur, weil die Jugendlichen nach der Schule keine Zeit mehr haben,
ins Training zu gehen. „Der organisierte Sport wird es in Zukunft sehr
schwer haben“, sagte Kuhn. Sowohl Schulen als auch Vereine müssten
an einer wirklichen Kooperation arbeiten, die zu nachhaltigen Lösungen
führt. „Denn die Vereine haben hier von der Politik etwas aufgedrückt
bekommen, dessen Einschnitte in Gesellschaft und Sport so vorher nicht
bedacht worden sind.“
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