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Montag, 31. Januar 2011 08:52 Uhr
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HANDBALL
Am Ende Saulheimer Schaulaufen
31.01.2011 - SAULHEIM
Von Karsten Gerber

HANDBALL-OBERLIGA Entfesselte SG behält im Derby gegen Spitzenreiter Nieder-Olm 28:23 die Oberhand
 

Die Vorentscheidung im Titelkampf der Handball-Oberliga wurde verschoben. Im Nachbarschaftsduell um die rheinhessische Vorherrschaft revanchierte sich die SG Saulheim mit dem 28:23 (16:10)-Sieg über Spitzenreiter TV Nieder-Olm nicht nur für die unglückliche Hinspiel-Niederlage, sondern verkürzte auch den Abstand zum Liga-Primus auf zwei Punkte.

Doch wer in der zum Bersten gefüllten Ritter-Hundt-Halle einen bis zur letzten Sekunde spannenden Fight der beiden, die Liga dominierenden Teams erwartet hatte, sah sich schnell getäuscht. Die lautstarken Nieder-Olmer Fans rieben sich schon nach wenigen Minuten die Augen, die SG-Anhänger kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Denn was das Team von Trainer Erik Abel auf die Platte zauberte, war teilweise atemberaubend. Mit einer „super Abwehr“ (Abel) und fast 100-prozentiger Wurfausbeute spielten die Gastgeber den Lokalrivalen in den ersten Minuten fast an die Wand. Der TV wusste teils gar nicht wie ihm geschah: Egal was die Mannen des Trainergespanns Michael Rink/Udo Henß versuchten, sie wurden überrollt. Mit einem starkem Sebastian Montino im Kasten und einem auf allen Positionen variablen Angriff zog die SG über 5:1 auf 10:4 davon. Das „Wir-wollen-euch-kämpfen-sehn“ der Gäste-Fans nach 20 Minuten war symptomatisch. Zu allem Übel kassierte TVN-Abwehr-Ass Dennis Baier (26.) nach einem üblen Foul am genesenen Benjamin Venter die Rote Karte.

„Der Gegner war ab der ersten Minute völlig chancenlos“, analysierte Abel die Partie nüchtern. „Ich wusste genau, dass wir gewinnen werden, der Fünf-Tore-Abstand ist letzten Endes aber zu knapp ausgefallen.“ Nicht verwunderlich, waren die letzten zehn Minuten doch eher ein reines Schaulaufen der feiernden Saulheimer. Ab Minute 55 stand die komplette Reserve auf der Bank und hüpfte im Rhythmus der klatschenden Zuschauer. Die Sieben auf dem Feld feierte auf ihre Weise, als Benni Kröhle und Phillip Becker mit einem wunderschönen Kempa-Trick das 27:21 markierten.

„Wir waren im Angriff einfach nicht gut genug“, bemängelte ein geknickter Udo Henß, der noch lange nach Abpfiff in sich zusammengesunken auf der Trainerbank saß und verzweifelt den Kopf schüttelte. „Ich hätte mir mehr Zug zum Tor gewünscht, auch wenn die zweite Halbzeit eine deutliche Steigerung zur ersten war.“

Sein zufriedener Gegenüber konnte sich eine kleine Stichelei in Richtung TVN-Coach Michael Rink nicht verkneifen. Der hatte im Vorfeld zwar die besseren Einzelspieler beim Gegner vermutet, das stärkere Kollektiv aber in seiner Mannschaft gesehen: „Wir sind jetzt auch ein Kollektiv. Seit die Verletzten zurückgekommen sind, passt alles wunderbar im Team. Das wird auch Paolo Rink gesehen haben“, grinste Abel. Seine Jungs haben ihren zu Saisonbeginn geschmiedeten Pakt, zu Hause ungeschlagen bleiben zu wollen, erneut erfüllt. Das Versprechen eines Sponsors, für jedes erzielte Tor gegen den Lokalrivalen, eine Kiste Bier zu stiften, wird sein Übriges dazu getan haben.

SG Saulheim: Radewald, Montino; Becker (6/3), Weber (1), Pfaff (4), Jung, Scheer (4), Schuhmacher (1), Venter (2), Acker (2), Vuletic (3), Heuft (2), Kröhle (3), Kuntz.

TV Nieder-Olm: Bettin, Conradi; Gramlich (3), Laufersweiler (3), Räder (3), Niedermayer (5), Frommann (1), Stauder, Stumps (2/1), Tillinger , Kundel (1), Baier, Graubatz (2), Schmidt (2), Reichelt (1).
 
 

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