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Samstag, 04. September 2010 12:21 Uhr
http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/mainz/handball/print_9348152.htm

HANDBALL
Ausschluss nun ausgeschlossen
04.09.2010 - RHEINHESSEN

INTERVIEW DER WOCHE Regeländerungen und -präzisierungen im Handball / Torhütern drohen häufiger Rote Karten

Die Handball-Saison beginnt. Wir sprachen mit den rheinhessischen Bundesliga-Schiedsrichtern Ralf Damian und Frank Wenz über Regel-Neuerungen.
 
 

Es gibt einige Regeländerungen. Worauf müssen sich zum Beispiel Torhüter einstellen?

Damian: Verlässt der Torhüter in Zukunft seinen Torraum und es kommt zum Kontakt mit einem im Tempogegenstoß befindlichen Angriffsspieler, führt dies unweigerlich zur Roten Karte für den Keeper. Egal ob dieser steht oder nicht.

Wenz: Der Torwart ist der Spieler, der diese Situation kontrollieren kann. Der Angreifer schaut nach dem Ball, hat keine Chance, dreht sich herum und es kommt zur Kollision mit dem Torhüter. Deshalb ist die Rote Karte folgerichtig. Man muss der Gesundheit der Spieler Rechnung tragen.
 
 

Welche Änderungen gibt es noch?

Damian: Es werden keine aktiven Sperren mehr geduldet, sprich unsauberes Vorstellen von Armen und Beinen. Darauf soll noch genauer geachtet werden.

Wenz: Es geht um rechtzeitiges Dasein in der Sperre. Der Angreifer muss seinen Platz rechtzeitig vor dem Abwehrspieler eingenommen haben, ohne Hinterteil beziehungsweise Arme herauszustrecken und ohne langes Bein.
 
 

Man hört, dass sich die Zeitspielregel verändert hat. Inwiefern?

Wenz: Im Kern hat sich nichts wesentlich verändert. Man hat wie folgt präzisiert: Ist das Signal für passives Spiel seitens der Schiedsrichter angezeigt, die Abwehr versucht jedoch nur noch durch wiederholte zerstörerische Stoppfouls die Angriffsbemühungen der Offensive zu unterbinden, so dürfen wir kein Zeitspiel pfeifen. Der Angriff muss weiterhin die Möglichkeit zu einem gewissen kontrolliertem Aufbau haben. Im Sinne der Regel wird das Vorwarnzeichen gegeben, um dem Angriff zu signalisieren, wir erwarten jetzt von Euch, dass ihr mehr Druck auf die Abwehr macht. Diese Chance muss der Angriff vor dem Zeitspielpfiff noch bekommen.
 
 

Der Ausschluss eines Spielers verschwindet. Warum?

Damian: Der Ausschluss mit dem Zeichen der gekreuzten Unterarme verschwindet ganz. Ab jetzt gibt es die Disqualifikation mit oder ohne schriftlichen Bericht. Beide werden mit der Roten Karte auf dem Spielfeld signalisiert. Bei einem Foul aus dem Spiel heraus, muss es nicht immer einen Bericht geben. Bei einer Tätlichkeit werden die Unparteiischen diese immer in einem Sonderbericht festhalten. Wichtig: Es darf nach zwei Minuten wieder ergänzt werden. Das war beim Ausschluss nicht möglich. So bleibt das Spiel spannend für die Zuschauer. Fünfundfünfzig Minuten eines Teams in Unterzahl will keiner sehen.
 
 

Welche Probleme mit den Änderungen erwarten Sie?

Damian: Große Probleme sind eigentlich nicht zu erwarten. Aber ich denke, die Trainer erwarten jetzt, dass die Schiedsrichter Kreisläuferaktionen mehr ahnden. Alles was im Bereich Kreisläuferspiel passiert muss mit Maß und Ziel geschehen. Wir dürfen das Handballspiel auf keinen Fall neu erfinden wollen. Darin sind wir uns auch mit den Trainern einig.

Wenz: Das Kreisläuferspiel im Kontaktsportspiel Handball ist sowieso das komplexeste Thema. Unser Ziel muss sein, den Spieler zu bestrafen der zuerst illegal spielt.
 
 

Das Gespräch führte Dennis Baier
 
 

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Für die Schiedsrichter Ralf Damian 
und Frank Wenz (von links) gibt es 
Neuerungen. Archivfoto: D. Waidner
 
 

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